Samstag, 29. Mai 2010

Das Paradies....Wir haben es gefunden

Nach Sydney, Santiago del Chile und Buenos Aires war uns bei unserer Ankunft in Rio de Janeiro nicht wirklich nach noch einer Metropole zu Mute und so haben wir beschlossen den Großstadtjungle hintanzustellen. Als Tipp, wo man hinfahren könnte wurde uns Ilha Grande genannt. Eine kleine Insel 200km südlich von Rio, die das Wochenendausflugsziel vieler Cariocas ist und auch bei den Reichen und Schönen sehr beliebt ist. Neben dem Hauptort Abrao, wo eher Normal- und Rucksacktouristen herkommen, gibt es kleine Orte in Buchten, die nur per Boot zu erreichen sind und kleine Privatinseln und Yachten auf denen dann Jude Law oder Naomi Campbell beizeiten zu finden sind. Leider hat die Insel dieses jahr zu Silvester traurige Berühmtheit erlangt, da die stärksten Regenfälle seit 20 Jahren herrschten und während einer Party in einem schicken Hostel, eine Mure abgegangen ist, die fast 50 Menschen das Leben gekostet hat.....
Mit Bus und Fähre sind wir also von Rio angereist und hatten uns vorgenommen ein paar Tage in Abrao zu verbringen. Richtig vorstellen konnten wir uns unter einer brasilianischen Insel noch garnichts, bis wir ankamen.....Abrao ist ein kleiner Ort mit 3000 Einwohnern, keinen Straßen, keinen Autos und keinem Bankomaten. Hier gehen abends die Krabben im Ort spazieren und die streunenden Hunde fahren auf den Fährbooten zu den Stränden mit.

Es ist das Paradies! Es gibt 106 (!) Strände, die zumeist nur per Boot zu erreichen sind. Das Wasser ist glasklar und türkisblau, der Sand goldgelb oder weiß und das trifft auf das saftige grün des Dschungels. Einer der Strände, Lopes Mendes, wird als einer der schönsten Strände Brasiliens gewertet. Er ist 4 Kilometer lang und somit kaum bevölkert.

Nach unserer Ankunft wanderten wir also mit unseren (mittlerweile schon sehr nervigen) 18 Kilo Rucksäcken zu unserer gebuchten Pousada und wurden herzlichst von Rennie der Besitzerin empfangen. Wir haben bei ihr ein kleines Chalet, namens Helicona gebucht, dass uns nach all dem Reisen und den Hostels einen Platz zum Ausruhen geben sollte und das tat es auch.Wir spürten beide gleich nach unserer Ankunft, hier werden wir bleiben und das lockere, gemütliche brasilianische Inselfeeling geniessen und hier sind wir irgendwie zu Hause. Und das ist zu einem Großteil Rennie zu verdanken.

Rennie ist Schottin und lebte eigentlich in Australien bis sie das Reisefieber gepackt hat und sie vor einigen Jahren, auf einer ihrer Reisen Ilha Grande entdeckt hat. Seit 3 Jahren betreibt sie nun die Pousada Aratinga und das mit viel Liebe für ihre Gäste und fürs Detail. So ißt man zum Beispiel das hausgemachte Frühstück (mit frischen Früchten, Obstsaft, selbstgemachten Porridge etc.) von ihrem Silberbesteck, dass sie aus Australien mitgenommen hat und hört Bossa Nova. Es gibt jeden Tag einen Afternoon Tea bei dem man sich zu einer Partie Würfel zusammensetzt. Oder als Rennie gesehen hat, dass meine nasse Wäsche vor der Tür hängt, hat sie sie einfach mitgenommen in den Trockner gesteckt und mir am Abend getrocknet und gefaltet wiedergegeben. Und sogar die Hauskatze ist nach einiger Zeit bei uns ins Zimmer eingestiegen um bei uns im Bett zu schlafen.Man konnte sich hier nur wohlfühlen und es war wirklich schwer sich von diesem Platz wieder zu trennen.

Die ersten Tage verbrachten wir hier mit Ausruhen, ob am Strand oder einfach nur in der Hängematte vor unserem Bungalow. Wir ließen einfach mal die Seele baumeln und all die Eindrücke der letzten Wochen sickern. Und wir merkten erst wie dringend wir und unsere Körper das gebraucht haben. So habe ich einen Tag fast 24 Stunden durchgeschlafen.

Nach einer Woche haben wir dann beschlossen endlich unseren Tauchschein zu machen. Nachdem wir in Australien dazu keine Zeit hatten. Also haben wir auch das Unterwasserleben von Ilha Grande erforscht und endlich Meerestiere gesehen, die uns am Great Barrier Reef eigentlich versprochen wurden. Einen Manta Ray, eine Schildkröte (endlich!!!), Muränen und beim Wracktauchen auch Seepferdchen. Nun sind wir offizielle PADI Open Water Diver. Mit uns im Kurs war ein holländisches Paar, wo wie es der Zufall so will beide beim Fernsehen arbeiten...und der nächste Zufall hat uns wieder gezeigt wie klein die Welt doch ist! An unserem letzten Tag auf der Insel haben wir uns mit Meggie und Daniel getroffen, einem Paar das wir aus Wien kennen und die hier Urlaub machen.... Ja man muss halt wirklich um die Welt reisen um sich mit Leuten von zu Hause zu treffen ;)
Unsere Abreise von der Insel viel uns wirklich schwer, dennwir haben uns selten an einem Platz so wohl gefühlt. Aber wie Rennie zum Abschied gemeint hat: Ihr seid Familie geworden und die Insel hat euch eingezogen. Ihr werdet bestimmt wiederkommen!!!

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